Interview mit museum


Was hat
euch an „Asphaltspringer“ besonders gut gefallen?

Dazu muss man sagen, dass gar nicht alle von uns das Buch, das ja erst in diesem Jahr veröffentlicht wird, gelesen hatten, als der Verlag an uns herantrat. Uns gefällt gut, dass man an der Sprache, in der „Asphaltspringer“  geschrieben ist, merkt, dass Rusalka Reh ihre Figuren in der Geschichte nicht einfach nur wie Spielsteine auf einem Schachbrett hin- und herschiebt, damit daraus irgendwie eine spannende Story entsteht, sondern dass man den Hauptcharakteren ein Eigenleben abnimmt, dass sie lebendig wirken. Außerdem folgt die Geschichte keinem gängigen Raster von Gut – Böse, Vorspiel und Katastrophe sondern zeigt, dass das Leben komplizierter ist. Außerdem ist es, trotz heftiger Themen, auch ein sehr humorvolles Buch.

Kanntet ihr Parkour schon vorher? Würde die Sportart euch reizen?

Keiner von uns hat schon mal Parkour ausprobiert. Reizvoll ist die Sportart, wenn man es so nennen will, vor allem, weil es dabei um Improvisation, ein Sich-Einlassen auf unvorhersehbares Terrain geht. Das scheint dem ganz ähnlich zu sein, worum es bei der Musik geht: Einen Weg durch das Labyrinth zu finden und sich dabei auf die eigene Intuition zu verlassen. Auch die Idee sich den urbanen Raum mit dem eigenen Körper wiederanzueignen ist interessant.

Seit wann gibt es euch und wie habt ihr euch als Band zusammen gefunden?

Etwa 2001, gegen Ende ihrer Schulzeit, haben Tobias und Söhnke angefangen, gemeinsam Songs zu komponieren. Mit dem Beginn des Studiums entstand dann daraus museum, allerdings zunächst in anderer Besetzung. Hagen stieß 2004 als Bassist hinzu und Florian ist seit letztem Jahr mit dabei.

Was hat es mit dem Bandnamen auf sich?

Zunächst gefiel uns die Schlichtheit und Symmetrie des Wortes, optisch wie akustisch.Dazu kam, dass es ein so simples Wort ist, das jeder kennt und trotzdem im musikalischen Kontext eine interessante Bedeutung bekommt. Uns gefiel die Idee, die Musik als einen Ort des Aufbewahrens und Ausstellens zu verstehen, sei es nun von Gefühlen, Erinnerungen oder Gedanken.

Wie würdet ihr selbst eure Musik beschreiben?

Das ist eine schwierige Frage, denn wenn wir Worte dafür fänden, müssten wir keine Musik machen. Wir tun uns ein wenig schwer mit Genreeinteilungen. Man könnte unsere Musik vielleicht Indie-Rock mit Elektronik oder so etwas nennen, aber damit ist noch nicht viel gesagt. Wir verstehen unsere Musik als möglichst puren Ausdruck von Gefühlen, was dann durch die komplexen Arrangements noch einmal gebrochen wird. Zu beschreiben, wie das ganze dann am Ende klingt, überlassen wir lieber anderen.

Was für Musik hört ihr privat?

Wir hören eine Menge sehr unterschiedliche Sachen von elektronischer Musik über Chansons zu Folk. Die gemeinsame Grundlage bildet aber sicherlich gitarrenlastige Indie-Musik.

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